Im Juli ist bei uns in Lengenfeld so gut wie kein Regen gefallen. Wer durch die Weingärten geht, sieht es sofort: staubtrockene Fahrgassen, Risse im Boden, und an den ersten Rieden hängen die untersten Blätter schlaff herunter oder sind schon gelb.
Am stärksten betroffen sind bei uns die flachgründigen Lagen – dort, wo die Wurzeln wenig Bodenreserve haben. Betroffen sind vor allem Junganlagen, die noch kein tiefes Wurzelwerk aufgebaut haben. Bei den älteren Reben zeigt sich die Trockenheit vorerst subtiler: Die Beeren bleiben klein, das Wachstum steht still.Für die Qualität ist kleinbeerig nicht automatisch schlecht – konzentrierte Aromen kommen genau daher. Wenn der Stress aber zu lange anhält, stellt die Rebe die Reife ganz ein. Genau an diesem Punkt stehen wir jetzt.
Neu ist heuer, dass in unserer Gegend Brunnen bereits trockengefallen sind. Wasser, das jahrzehntelang selbstverständlich war, ist plötzlich nicht mehr da. Das trifft nicht nur die Weingärten, sondern die ganze Landwirtschaft rundherum.
Wir arbeiten seit Jahren daran, unsere Böden aufnahmefähiger zu machen: Begrünung, Humusaufbau, schonende Bodenbearbeitung, Mulchen statt offener Boden. Jedes Prozent mehr Humus speichert zusätzliches Wasser. Heuer merkt man deutlich, welche Parzellen davon schon profitieren – und wo wir noch Arbeit vor uns haben.Der Jahrgang 2026 wird uns fordern. Er wird aber auch ein ehrlicher Jahrgang: klein, konzentriert, geprägt von einem Sommer, den wir nicht so schnell vergessen.
