Normalerweise messe ich solche Werte Ende September. Heute, am 31. August, hat unser Grüner Veltliner knapp über 19 Grad KMW erreicht.
Kurz erklärt: KMW ist unser Maß für den Zuckergehalt in der Traube – und damit für die Reife. Je höher der Wert, desto weiter ist die Traube, und desto mehr Alkohol bekommt der Wein später. 19 Grad ist ein Wert, bei dem man normalerweise die Schere in die Hand nimmt. Nur eben einen Monat später.
Gemessen wird ganz einfach: Ich gehe durch die Zeilen, nehme Beeren von verschiedenen Stellen des Stocks – oben, unten, Sonnen- und Schattenseite –, drücke den Saft aus und lese den Wert direkt vor Ort ab. Wichtig ist, nicht nur die schönsten Trauben zu erwischen, sonst betrügt man sich selbst.
Kurios ist die Reihenfolge: Der Frühroter Veltliner, der eigentlich immer als Erster dran ist, liegt bei 18 Grad – also niedriger als der Grüne Veltliner. Der Grund ist der Standort. Die betroffene Lage ist besonders trocken, und Trockenheit treibt die Reife zusätzlich an.
Für uns heißt das: Der Lesebeginn rückt vor. Wir starten am 7. September. Bei 21 Hektar und 47 einzelnen Parzellen bedeutet das eine Woche Vollgas – Helfer organisieren, Gebinde und Presse vorbereiten, Platz im Keller schaffen.
In den nächsten Tagen kontrolliere ich täglich, wie sich die Trauben entwickeln. Denn der richtige Moment für die Ernte ist kurz, und heuer kommt er früher als gedacht.
Wir halten euch am Laufenden – der Herbst hat begonnen.
